Technische Grundlagen des Karatesports
Warum dieser Bereich ? - Um Ausführungsmängeln in grundlegenden Techniken zu begegnen erläutere ich auf diesen Seiten einige Grundlagen und Konzeptionen zur technisch sauberen Ausführung bestimmter Techniken. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ziehe auch in Erwägung, dass einiges in anderen Schulen unterschiedlich gelehrt wird. Bei meinen Ausführungen stütze ich mich auf eigene Erfahrungen, biomechanische Logik, Karate- Fachliteratur und Internetrecherche.
Der Zenkutsu- Dachi - Die Vorwärtsstellung
Der Zenkutsu- Dachi ist - wenn richtig ausgeführt - eine zu allen Seiten recht stabile Position und im Basis- Karate die gebräuchlichste.
A) Terminologie:
Der Begriff "zen-kutsu" ist die Bezeichnung eines Abknickens des Körpers nach vorne, oder genauer: "Die Abknickung von Organen nach vorne"
"kutsu" alleine betrachtet bedeutet: "(sich) biegen" und "zen" bedeutet "ganz, alles"
D.h. ferner, dass der Stand Zenkutsu- Dachi mit "Vorwärtsstellung", "Frontalstellung" oder
"Nach-vorne-gebeugter- Stand" passend übersetzt ist.
B) Ausführung:
Der Karateka steht schulterbreit, ein Bein steht 1 1/2 Schulterbreiten zurück. Das vordere Knie ist gebeugt, das hintere gestreckt. Die Zehen zeigen nach vorne. Die Fersen berühren den Boden.
aus: Gil, Konstantin: Taekwondo- Koreanischer Kampfsport. Falken-Verlag. Niedernausen 1993
aus: Czerni/ Konrad: Shaolin Kempo Kung Fu. Falken-Verlag. Niedernhausen 1991
Die Gewichtsverteilung beträgt vorne 60%, hinten 40%, dies wird in mehreren Quellen bestätigt. Andere Angaben fand ich nur in einer modifizierten Karate-Ausführung, bei dem die Verteilung 70% - 30% betrug, eine 50%- 50% fand ich in einer Taekwondo- Quelle, diese Verteilung ist jedoch nicht sehr geläufig. Aus der Übersetzung heraus und aus biomechanischer Sicht einer schnellen Vorwärtsbewegung halte ich die 60%- 40%- Verteilung für sinnvoll.
Der Oberkörper ist im Zenkutsu- Dachi nach vorne gerichtet, wird in einigen Stilrichtungen jedoch, meist bei Blocktechniken, zum Schutz zur Seite gedreht - z.B. beim Gedan- Barai. Im Taekwondo wird diese Stellung als Ap-Gubi bezeichnet (= "vorne gebeugt"). Die Ausführung ist hier identisch.
Anmerkung: Es fällt auf, dass der Schwerpunkt jeweils unterschiedlich eingezeichnet wurde. Konstitutiv ist, dass der Schwerpunkt beckenzentriert Richtung Boden verläuft. Die untere Zeichnung verdeutlicht (neben der unterschdl. schematischen Darstellung), dass das vordere Bein, da es sich hierbei um eine stärker offensiv ausgerichtete Stellung handelt, mehr Gewicht trägt, dadurch ist ein schnelles Nach-vorne-Kommen erleichtert.
Weitere Beispiele:
http://www.jukengo.de/technik/grundlag.htm
http://www.karate-shotokan.it/tecniche/posizioni/zenkutsu.html