Das Metabolische Syndrom

1. Was ist das Metabolische Syndrom ?

"Bereits 1923 wurde die Kombination von Bluthochdruck, erhöhten Blutzuckerwerten und Gicht zu einem «Syndrom» zusammengefasst. Die auch als «Syndrom X» oder «deadly quartet» bezeichnete Kombination kardiovaskulärer Risikofaktoren hat unterdessen mehrmals ihren Namen geändert und ist mit weiteren Stoffwechselabnormitäten ergänzt worden. Gemäß den Richtlinien des amerikanischen National Cholesterol Education Program von 2001 umfasst der 1998 von der Weltgesundheitsorganisation als «metabolisches Syndrom» bezeichnete Symptomkomplex die bauchbetonte Fettleibigkeit, eine typische Konstellation der Blutfette, einen erhöhten Blutdruck sowie einen im nüchternen Zustand erhöhten Blutzuckerwert. Erfüllt eine Person mindestens drei dieser Kriterien, leidet sie an einem metabolischen Syndrom. Weitere Zeichen können eine «Mikroalbuminurie» - die Ausscheidung kleiner Bluteiweisse über die Niere -, Veränderungen der Blutgerinnung, vermehrt im Blut zirkulierende Entzündungseiweisse, Leberveränderungen oder erhöhte Harnsäurewerte sein. Laut neuesten Schätzungen weist rund ein Viertel der westlichen Bevölkerung Zeichen eines metabolischen Syndroms auf, wobei dessen Häufigkeit mit dem Alter ansteigt." - Neue Zürcher Zeitung, 18.09.2002, S.69.

Das Metabolische Syndrom ist eine Kombination aus folgenden kardiovaskulären Risikofaktoren:

a) Fettstoffwechselstörung

b) Typ 2 Diabetes

c) Bluthochdruck

[ d) Bewegungsmangel ]

D.h., dass diese Risikofaktoren, die wiederum meist Resultat anderer, sekundärer Risikofaktoren für eine KHK (koronare Herzkrankheit) sind, Stoffwechselstörungen bedingen und zum Herzinfarkt führen.

zu a) Die Fettleibigkeit (Adipositas) gilt als das augenscheinlichste Symptom des Metabolischen Syndroms und gilt mitunter als Ursache für die fortschreitende Diabetes- Häufigkeit in der Bevölkerung. Eine Fettstoffwechselstörung ist meist Resultat mehrerer Faktoren, wie: Bewegungsmangel, Mangelernährung, einseitige Ernährung, stressinduzierte Mehrernährung und Überzuckerung des Stoffwechsels.

zu b) An Typ 2 Diabetes mellitus (früher: Altersdiabetes) sind in heutiger Zeit ca. 150 Mio. Menschen weltweit erkrankt, nach dem ersten Quartal des 21. Jhs. soll sich diese Zahl noch einmal verdoppelt haben. Diabetiker erleiden 2-4x häufiger einen Herzinfarkt als Nicht- Diabetiker. Typ 1- Diabetes hingegen ist eine Autoimmunkrankheit. Typ 2- Diabetes steht in Zusammenhang mit der Bauchfettleibigkeit. Wie es scheint beeinflussen die vom Bauchfett abgegebene Substanzen die Fettstoffwechselregulation und Wirkung des Hormons Insulin. Durch eine auftretende Insulinresistenz vieler Zellen kommt es zu einer Überproduktion an Insulin (Hyperinsulinismus) in den Zellen und einem Insulinmehrbedarf, dies führt u.a. zu Bluthochdruck und einem Anstieg der Blutfette und des Blutzuckerspiegels.

Der Diabetes mellitus wird nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vereinfacht in drei Untergruppen eingeteilt:

1) Diabetes mellitus
a) Typ 1: Insulinabhängig
10 Prozent der Diabetiker; Ursache ist ein absoluter Mangel an Insulin, hervorgerufen entweder durch eine Störung im Abwehrsystem des Körpers und/oder durch Viren.

b) Typ 2: Insulinunabhängig
- ohne Übergewicht (8 Prozent der Diabetiker)
- mit Übergewicht (80 Prozent der Diabetiker)
Ursache ist eine Störung der Insulinwirkung an den Zellen; diese "Insulin-Unempfindlichkeit" der Zellen wird durch Übergewicht gefördert.

c) Diabetes mellitus bei oder durch andere Erkrankungen:

- der Bauchspeicheldrüse (erst wenn 90% des Organs zerstört ist)
- hormonell bedingte Erkrankungen
- durch Medikamente (Kortison, "Pille", Diuretika, Schilddrüsenhormon-Präparate,
Medikamente mit Wirkung auf das Zentralnervensystem)
- erbliche Veranlagung (bei genetischer Veranlagung führt Übergewicht zur "Insulin-Überempfindlichkeit")

zu c) Bluthochdruck ist meist Folge von Gefäßverengungen. Gefäßverengungen entstehen durch arteriosklerotische- oder sog. "Plaque"- Ablagerungen. Im Fettstoffwechsel werden zwei Arten von Fetten unterschieden - zum einen das LDL- (Low Density Lipoprotein) Cholesterin, zum anderen das HDL- (High Density Lipoprotein) Cholesterin.

LDL wird auch als "böses" Cholesterin bezeichnet, es transportiert ca. 70% des Gesamtcholesterins im Blut. Ist die LDL- Konzentration im Blut zu hoch, wird es vom Organismus als Krankheitserreger identifiziert, die Makrophagen (Fresszellen) fressen die LDL- Partikel, sterben dabei ab und lagern sich dann in den Gefäßen ab - die sog. "Plaque" entsteht.

Der LDL- Spiegel sollte unter 150mg/dl Blut liegen. Liegt er darüber bis 190mg/dl Blut, spricht man von erhöhtem Risiko, bei Werten über 190mg/dl ist Vorsicht geboten, hier besteht ein hohes Risiko für eine KHK.

- Idealbereich mg/dl (mmol/l) LDL < 150 (3,9)

- mäßiges Risiko 150-190 (3,9-4,9)

- Risikobereich > 190 (4,9)

- Bei Personen mit zusätzlichen
Risikofaktoren < 130 (3,4)

Beachte: Das Risiko, an einer KHK zu erkranken potenziert sich mit Auftreten mehrerer Risikofaktoren, wie z.B. beim Metabolischen Syndrom !

 

Inwiefern ist das KHK- Risiko und das Metabolische Syndrom ein Thema für die Sportmedizin ?

Gerade der Sport greift bei KHK und dem Metabolischen Syndrom (als Vorstufe der KHK) als Präventionsmechanismus. Eine sportliche Lebensführung, eine ausgeglichene Ernährung und die damit verbundenen positiven Auswirkungen auf die psychische Konstitution des Menschen vermindern das Risiko an einer KHK zu erkranken um mind. 50 %. Die Sportmedizin als Wissenschaftsdisziplin der Prävention und Rehabilitation in Verbindung mit sportiven Praktiken hält Analyseverfahren bereit, die ein erhöhtes KHK- Risiko frühzeitig erkennen und Behandlungsverfahren, die eine baldige Verbesserung der Symptomatik erkennen lassen, bereit. Über anthropometrische Verfahren, KHK-/ Prävention durch Sport- Demoskopien, Begleitung und Beratung sportlich aktiver Menschen, Empfehlungen für die Praxis, Belastungs-EKG und diverse bildgebende oder auditive Verfahren bis hin zu Rehabilitationsmaßnahmen von KHK- Patienten (z.B. Herzsportgruppen) eröffnet sich hier für die Sportmedizin ein breites Aufgaben- und Wirkungsfeld.

Was tun ?

Ich möchte hier nicht über medikamentöse Behandlungen sprechen, denn: 1. Ich bin kein Arzt und 2. Ich habe nicht die Expertise, d.h. u.a. nicht das Wissen und die juristische Befähigung darüber zu referrieren.

Aber: bei der Vermeidung eines Metabolischen Syndroms (und damit einer KHK) geht es primär um Prävention, nicht im Medikation...

1. Bewege Dich - Sport, Sport, Sport !!! Gehe zu Fuß oder fahre Fahrrad anstatt mit dem Auto zu fahren. Kein langes Sitzen oder Stehen. B-e-w-e-g-u-n-g !

2. Ernährung - ausgeglichenes Essen: achte auf ausreichend Vitamine, Mineralstoffe, Proteine, Kohlehydrate ...und viel Flüssigkeit. Meide zuckerreiche Speisen ! Essen in Maßen: vermeide "Fressorgien" ! Keine Cola, lieber eine Saftschorle ! Essen ohne Zeitdruck !

3. Vermeide Stress ! Stress ist die Zivilisationskrankheit Nr. 1 - nicht nur völlige Aufgabenüberlagerung und Zeitdruck schaffen Stress - auch das lange Herumtragen und die Summation kleinerer ungelöster Problemchen belastet Psyche und Körper ! Lerne mit Deinen Problemen umzugehen und sie zu lösen ! Der Kampfsport bietet hier unglaubliche Möglichkeiten !

4. Denke positiv ! Schaffe Dir positive Umgebungen ! Pflege Deinen Körper und Deinen Geist. Fühle Dich wohl bei dem was Du tust ! Kein blinder Aktionismus - überlege Dir gut, was Du brauchst um Dich wohl zu fühlen (Bier, Chips und Fernseher sollten dies allerdings nicht regelmäßig sein !) :-) !

5. Lasse bei Zeiten Deinen Blutdruck checken ! Sind die Werte im Normalbereich solltest Du 1-2x im Jahr zum Doc.

Stay healthy !

MfG,

T.Havers, Webmaster

Siehe auch: http://www.pharmacie.de/info

http://www.dr-walser.ch/metabolisches_syndrom.htm